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Wissen im Bild

Hattuša

Rekonstruktionsmodelle Mihraplikaya & Löwenbecken

über das Projekt

Römische Villa in der Hauptstadt eines Grossreiches

Hattuša, die einstige Hauptstadt des bronzezeitlichen Grossreiches der Hethiter, wurde in der römischen Kaiserzeit Schauplatz erneuter Bauaktivitäten. In den vergangenen Jahren wurde von den Archäologen in der sogenannten Unterstadt eine grossräumige Villenanlage ausgegraben, die in das 2. Jh. n. Chr. datiert wird. Die Anlage verfügte über ein grosses Wasserbecken, welches an den Felsen von Mıhraplıkaya grenzte und mindestens von einem Bankettraum flankiert wurde. In Zusammenarbeit mit den Archäologen wurde ein vereinfachtes Rekonstruktionsmodell dieses Bereiches erstellt, welches die Ausdehnung des Beckens und die direkt angrenzenden Architekturbefunde veranschaulicht.
Referenzen
Grabungskampagne 2018 –  Schachner, A. (2019). Die Ausgrabungen in Boğazköy-Ḫattuša 2018. Archäologischer Anzeiger, 2019/1. Deutsches Archäologisches Institut.
doi.org/10.34780/1vvt-j762

Wissenschaftlicher Partner

Andreas Schachner & Sven Kühn,
Hattuša-Grabung,
Deutsches Archäologisches Institut,
Abteilung Istanbul.
Website

Archäologische Stätte

Boğazköy-Ḫattuša, Türkei

Zeitraum

2018

Methoden

01    Structure from Motion
02    virtuelle Rekonstruktion
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Bankettraum & Wassserbecken

Der römische Bankettraum wurde mit sechs Säulen rekonstruiert, deren Positionen anhand des Befundes festgestellt werden konnte.  Die ursprüngliche Erscheinung der Wandmalerei konnte nicht endgültig geklärt werden. Die Rekonstruktion des Daches ist weitgehend hypothetisch.

Das Wasserbecken wird auf der Ostseite durch den Felsen von Mıhraplıkaya begrenzt und weist dort in zentraler Ausrichtung eine grosse Nische in der abgearbeiteten Felsfläche auf. Die Nische wird auf beiden Seiten von zwei Podien flankiert, deren Nutzung nicht bekannt ist. Die Podien sind jeweils von diversen Öffnungen durchzogen und werden mit einem Tonnengewölbe im Innern rekonstruiert.

Informationsebenen

01 – Modell Befund (SfM)

SfM-Modelle verschiedener Grabungsschnitte werden kombiniert mit einem abstrakten Geländemodell (1m-Stufung).

02 – Ergänzung Befund

Ergänzung nicht erhaltener aber eindeutig nachweisbarer Strukturen.

03 – Partielle Rekonstruktion

Zurückhaltende, partielle Rekonstruktion
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Hethitisches Löwenbecken

Rekonstruktionsmodell eines monumentalen Steinbeckens

Neben den Modellen zur kaiserzeitlichen Villenanlage wurde ein hethitisches Steinbecken visualisiert. Das monumentale Objekt wies vier plastisch modellierte Löwenköpfe auf, die seitlich durch die Darstellung im Profil vervollständigt waren. Im heutigen Zustand ist lediglich einer der Köpfe vollständig erhalten, welcher als Vorlage für die digitale Modellierung der anderen diente. Bei der Rekonstruktion der nicht mehr erhaltenen Bereiche wurde auf eine symmetrische Ergänzung ausgehend von den erhaltenen Bereichen geachtet. Die in diesem Prozess deutlich erkennbare Asymmetrie des Befundes stellte jedoch eine Herausforderung dar. Ein weiteres besonderes Merkmal des Beckens ist zudem die schräge Unterseite, welche nach Fotografien früherer Restaurierungsarbeiten modelliert wurde.
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