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Wissen im Bild

Opferstätte in Selinunte

Lebensbild

über das Projekt

Ein Opfer für die Vorfahren?

Das Forschungsprojekt des DAI Roms unter Leitung von Ortwin Dally und co-finanziert von der Gerda Henkel Stiftung befasst sich mit dem sakralen Raum und der Ahnenverehrung auf der Selinunter Agora. Ein besonderer Befund auf dem Hauptplatz der Stadt gehört in die Mitte des 3. Jh. v. Chr., und wird als Installation für ein Blutopfer interpretiert. Die Opferstätte gab Anstoss für die Erstellung eines Lebensbildes, welches die Befunde und Funde im Kontext eines denkbaren Rituals veranschaulicht.
Referenzen
Forschungsbericht DAI – Helas, S. (2020). Der sakrale Raum auf der Selinuntiner Agora. In: O. Dally et al. Selinunt, Italien. Selinunt. Die Arbeiten des Jahres 2019. e-Forschungsberichte des Deutschen Archäologischen Instituts, 2020/3, pp. 57-85. Berlin, Deutschland: Deutsches Archäologisches Institut.
doi.org/10.34780/efb.v0i3.1000
Artikel
– Adorno, L., Helas, S. (2021). Rituali religiosi presso le tombe degli antenati sull'Agora di Selinunte (Sicilia), in: E. Greco, A. Salzano, C. I. Tornese (Ed.) 4. Kongress der Fondazione Paestum "Fenomenologia e interpretazioni del rito", Paestum 15.-17. November 2019, pp.141-154.
Grabungsbericht 1982/83
– Rallo, A. (1982/83) L’abitato di Selinunte. Il quartiere punico e la sua necropoli, Kokalos 28, 1982/83, pp. 169-174.

Wissenschaftlicher Partner

Sophie Helas, Deutsches Archäologisches Institut, Abteilung Rom.

Archäologische Stätte

Agora von Selinunte, Italien

Zeitraum

2019

Methoden

01    Lebensbild
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Der Befund

Grundlage für den Rekonstruktionsversuch bildet ein kleiner Bereich unterhalb einer hocharchaischen Gräberstätte im Nordosten der Agora, der bereits 1978 von der Archäologin Antonia Rallo ausgegraben wurde. Dieser zeichnet sich besonders durch eine trapezförmige Opfereinrichtung aus, vor der eine grosse Schale abgestellt worden war. In unmittelbarer Nähe fand sich ein Bothros, eine Grube im Felsen (auf der Abbildung neben dem Massstab erkennbar), die mit Keramik-, Terrakotten- und Knochenfragmenten verfüllt war. Nach der Interpretation von Sophie Helas wurde hier älteres Votivmaterial rituell bestattet und dieser kultische Vorgang mit einem blutigen Opfer abgeschlossen. Die Teilnehmenden halten daher kleine Spendeschalen für den Opferguss in ihren Händen. Im Lebensbild werden die archäologischen Befunde wie auch die dort geborgenen Einzelfunde gut erkennbar aufgenommen. Verschiedene zeichnerische Versuche machen wahrscheinlich, dass es sich bei dem Opfertier um einen Widder handelte.
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Abbildung – Befund der Opferstätte auf der Agora in Selinunte.
© Fotografie: Deutsches Archäologisches Institut, Abteilung Rom
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Farbversuche

Nach dem Ausarbeiten der Bildkomposition in einer finalen Skizze wurden verschiedene Entwürfe für die Farbgebung erstellt. Als Stimmungsmacher ist die Farbwahl ein entscheidender Faktor für das Bildnarrativ. Schliesslich wurde zugunsten eines eher naturalistischen Stils entschieden, da dieser die Materialität der Befunde am besten veranschaulicht. Ein dunkler Hintergrund umrahmt gleichzeitig das Geschehen.

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Wissenschaftliche Illustration
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