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Wissen im Bild

Life Histories of Theban Tombs

Architektonische Terrakotten und ihre Rekonstruktion

über das Projekt

Terrakotta-Bauelementen aus einer altägyptischen Grabfassade

Life Histories of Theban Tombs (LHTT) ist ein Projekt der Fachrichtung Ägyptologie an der Universität Basel. Es untersucht eine Gruppe von Beamtengräbern aus der 18. Dynastie in Sheikh ‘Abd el-Qurna, Ägypten. Schwerpunkt meiner Zusammenarbeit bildeten diverse Visualisierungen zu geformten Terrakottaziegeln, die im Kontext der Fassadengestaltung des Grabkomplexes TT84-K453 anwendung fanden. Angefangen bei Fundillustrationen über digitale Modelle der Elemente bis zur hypothetischen Gesamtrekonstruktion des Fassadenaufbaus begleiteten die Darstellungen den Forschungsprozess in verschiedensten Formen, und unterstützten den Erkenntnisgewinn auf visueller Ebene.
Referenzen
Grabungsbericht – Loprieno-Gnirs, A. (Ed.) (2021). Life Histories of Theban Tombs. Transdisciplinary Investigations of a Cluster of Rock-cut Tombs at Sheikh ‘Abd al-Qurna. Cairo, Egypt: American University in Cairo Press. – Link AUC press
Projekt-Website der Universität Basel – Link

Wissenschaftlicher Partner

Andrea Loprieno-Gnirs, Life Histories of Theban Tombs, Universität Basel.
Website

Archäologische Stätte

Sheikh ‘Abd al-Qurna, Theben West, Ägypten.

Zeitraum

2016-2020

Methoden

01    Fundillustration
02    Structure from Motion
03    virtuelle Rekonstruktion
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Abbildung – Terrakotta-Fragmente ausgelegt im Vorhof einer angrenzenden Grabanlage (TT29). Fotografie: Oliver Bruderer.

Fundsituation

Ein Puzzle im Grossformat

Bei älteren Ausgrabungen in den Vorhöfen der Grabanlagen TT84 und K453 wurden unzählige Fragmente von unterschiedlich geformten Terrakotta-Ziegeln entdeckt. Diese dienten der Konstruktion des oberen Fassadenabschlusses in Form von Hohlkehle und Rundstab. Zusätzlich fanden sich Tonkegel mit Stempel des Grabbesitzers in einer grossen Anzahl, die im selben Kontext vermutet werden. Im Zuge der aktuellen Ausgrabungen wurden diese Funde unter Leitung von Andrea Loprieno-Gnirs erneut und vertieft untersucht.

Die Bausteine

Terrakotta-Elemente in verschiedenen Formen

Von den unzähligen, oftmals nur fragmentarisch erhaltenen Terrakotta-Elementen wurde für jeden Formtyp ein repräsentatives Beispiel für die detailliertere Dokumentation ausgewählt. Eine präzise Fundzeichnung bildete hier den Anfang, wobei die Herstellungsspuren sowie die Verputz- und Mörtelüberreste besondere Beachtung fanden. Eine farbige Umzeichnung schliesslich soll diese verschiedenen Oberflächenmerkmale klar hervorheben.
Die repräsentativen Terrakotta-Elemente wurden ausserdem mittels Structure from Motion (SfM) digitalisiert. Durch die korrekte Skalierung der digitalen Modelle lassen sich diese über die 3D-Software direkt miteinander vergleichen. Fragmentarisch erhaltene Elemente wurden virtuell rekonstruiert und sind dadurch bereit für weiterführenden Interpretationen. Wo diese Vervollständigung eines Ziegelfragments nicht eindeutig entschieden werden konnte, wurden verschiedene Varianten umgesetzt.
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Ein besonderes Element stellen diese massiven, durchlochten Terrakotta-Platten dar, von denen lediglich 2 Exemplare nachgewiesen werden konnten. Deren Verwendung im Kontext der Grabfassade ist noch nicht abschliessend geklärt. Für diese Funde dienten die SfM-Aufnahmen als Vorlage für eine 1:2 Zeichnung (Abb. rechts).

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Struktur & Herstellungsspuren.
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Mörtelspuren (beige) auf grauem Ton
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Zeichnung zeigt den Stempel mit Name und Titel des Grabbesitzers.
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Überreste des verwaschenen Verputzes (weiss) über der Farbgebung (rot) auf dem Ton (braun)
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Infolge der unvollständigen Erhaltung des Ziegels werden in dieser Abbildung zwei verschiedene Rekonstruktionenvorschläge nebeneinander präsentiert.

Die Elemente im Kontext

Weiterführende Rekonstruktionsmodelle

Die Dokumentation und Vervollständigung der einzelnen Befunde bildete den ersten Schritt zum besseren Verständnis des Fassadenaufbaus der Grabanlage. Um die Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Elementen besser zu verstehen, wurden in weiteren Schritten einzelne Bereiche der Grabfassade digital modelliert. Die digitale Umsetzung wurde durch ein analoges Modell begleitet, wo physisch mit den Elementen experimentiert werden konnte. Zu guter Letzt wurde ein Rekonstruktionsmodell  der gesamten Grabfassade erstellt.

Die Publikationen mit den entsprechenden Visualisierungen befinden sich aktuell noch im Druck, weshalb die entsprechenden Bilder erst zu gegebenem Zeitpunkt hier aufgeschaltet werden.
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